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Von Mensch zu Mensch

Trauerkultur

Auf dem Bild ist ein Grabstein zu sehen.

Menschen mit Behinderung brauchen eine auf ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten zugeschnittene Trauerkultur. Dazu hat Mariaberg ein eigenes Projekt ins Leben gerufen, das auf den Erkenntnissen der modernen Trauerforschung und auf Beobachtungen im Umgang von Trauer bei Menschen mit geistiger Behinderung basiert. Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Ein besonderes Augenmerk bei dem Projekt liegt auf der Trauer von geistig behinderten Menschen, die nicht sprechen können. Ziel ist darüber hinaus, die Palliativ-Versorgung im Sterbeprozess bei Menschen mit geistiger Behinderung zum Standard zu machen.

Trauer bei Menschen mit geistiger Behinderung

Trauer kann als emotional-leiblicher Prozess verstanden werden, der verhindert, bei Abschieden in Depression zu fallen. Gelebte Trauer hilft, unter den veränderten Umständen wieder neue Vitalität zu erlangen. Bei Menschen mit geistiger Behinderung kann ungelebte oder verhinderte Trauer zu Verhaltensauffälligkeiten führen.

Das Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur“ geht mit Blick auf Menschen mit geistiger Behinderung von verschiedenen Beobachtungen aus: Sie werden bei familiären Trauerprozessen häufig ausgeschlossen, indem sie beispielsweise nicht zu Beerdigungen von nahen Angehörigen abgeholt werden. Auch wird ihnen nicht selten generell die Fähigkeit abgesprochen, Trauer zu leben.

Dabei haben Menschen mit Behinderung aufgrund ihrer ausgeprägten emotionalen Intelligenz häufig besondere Fähigkeiten, Trauer zu verarbeiten.

Stärkung der Kompetenz unserer Mitarbeiter

Studientage mit unterschiedlichen Themen stärken die Kompetenz unserer Mitarbeiter und bieten ihnen darüber hinaus auch differenzierte Zugänge zur eigenen Trauer. Gesprächsgruppen und Einzelgespräche sollen helfen, mit konkreten Trauersituationen umzugehen.

Weiterhin wurden auch geeignete Unterrichtsmaterialien zum „Umgang mit Trauer“ in der Ausbildung von Heilerziehungspflegern entwickelt, erprobt und veröffentlicht. Im Rahmen des Projektes ist auch die Idee zu einer Jahreszeitenfeier entwickelt worden. Bei der Jahreszeitenfeier wird mit Liedern, Gedichten, Bildern, Erzählungen oder Tänzen auf die vergangenen Jahreszeiten zurückgeblickt.

Literatur

Hans Heppenheimer: Würde ist spürbar. Abschiedsreden für Menschen mit geistiger Behinderung; BoD Norderstedt 2008

Hans Heppenheimer / Ingo Sperl: Emotionale Kompetenz und Trauer bei Menschen mit geistiger Behinderung, Bd 2 der Reihe, Behinderung - Theologie- Kirche (Hg. Eurich/Lob-Hüdepohl) Kohlhammer-Verlag Stuttgart 2011

Hans Heppenheimer/Ingo Sperl (Hg): Anders trauern. Neue Wege des Trauerns für Menschen mit geistiger Behinderung. Kreuz-Verlag Freiburg 2012

Martin Poguntke in Zusammenarbeit mit Hans Heppenheimer: Arbeitshilfe zum Bildungsplan "Heilerziehungspflege" im Fach Religion und Ethik über das Leitthema "Trauer im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung"; Online-Veröffentlichung des Cornelsen-Verlag, Berlin

Kontakt:

Pfarrer Hans Heppenheimer
Pfarrsekretariat Martina Elbel
Klosterhof 1
72501 Gammertingen
Telefon: 07124 / 923-621 oder 07124 / 923-288
E-Mail: h.heppenheimer@mariaberg.de

Spenden

Wie jede andere Einrichtung ihrer Art ist auch Mariaberg dringend auf Spenden sowie die Unterstützung von Freunden und Förderern angewiesen. mehr

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