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Geistliches Leben

Trauer bei Menschen mit geistiger Behinderung

Das Projekt basiert auf den Erkenntnissen der Trauerforschung wonach Trauer ein umfassender Prozess im menschlichen Leben ist. Menschliches Leben ist in allen Lebensphasen vom Säuglingsalter bis zum Sterben von Abschieden begleitet, sei es das Loslassen von Lebenszusammenhängen oder von Personen. Trauer ist dabei ein emotional-leiblicher Prozess, um bei Abschieden nicht zu versteinern und in Depression und Melancholie zu fallen, sondern unter den veränderten Umständen wieder eine neue Vitalität zu erlangen.

Ungelebte Trauer führt häufig zu seelischen und in zweiter Linie zu körperlichen Krankheiten.

Bei Menschen mit geistiger Behinderung kann ungelebte oder verhinderte Trauer zu Verhaltensauffälligkeiten führen.

Das Projekt geht im Blick auf Menschen mit geistiger Behinderung von verschiedenen Beobachtungen aus:

  • Menschen mit geistiger Behinderung werden bei familiären Trauerprozessen ausgeschlossen, indem sie beispielsweise nicht zu Beerdigungen von nahen Angehörigen geholt werden.
  • Ihr Leben ist in hohem Maß von Trauer betroffen, weil sie durch ihre Behinderung Abschied von vielen „normalen“ Lebensoptionen nehmen müssen.
  • Menschen mit geistiger Behinderung leben – zumeist unbewusst – in einem Spannungsfeld zwischen Abtreibung und „Euthanasie“. Diese Unsicherheit über das eigene „Erwünschtsein“ bedeutet eine hohe Trauerbelastung für das Leben.
  • Der Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung ist historisch von der Annahme geprägt, dass sie unfähig seien, Abschiede wahrzunehmen und Trauer zu leben.
  • Durch ihre emotionale Intelligenz haben Menschen mit geistiger Behinderung eine besondere Fähigkeit, Trauer zu verarbeiten.

 

 


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