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Feierlicher Abschluss des Projekts „Entwicklung einer Trauerkultur“
In einem festlichen Rahmen fand am ‚Samstag in Mariaberg das Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung am Beispiel Mariaberg“ seinen Abschluss. Das bundesweit einmalige Projekt lief seit drei Jahren und wurde von der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart gefördert. Es hatte das Ziel, der Trauer von Menschen mit geistiger Behinderung eine bisher nicht gewährte Wertschätzung und Beachtung zu geben. Für viele andere Einrichtungen der Behindertenhilfe war es ein Anstoß, sich diesem Thema zu stellen. Das Projekt wurde von Pfr. Hans Heppenheimer, Mariaberg konzipiert und geleitet.
Die Abschlussveranstaltung begann mit einem Gottesdienst in der Mariaberger Klosterkirche. In seiner Predigt hob Dekan i. R. Klaus Homann, der Vorsitzende des Mariaberger Verwaltungsrates, hervor, dass der Trauer eine göttliche Kraft innewohne. Anhand der Bibelstelle Matth. 5,4 „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ erklärte Homann, dass die Trauernden in der Bibel auf Gottes Kraft und Beistand hoffen, um wieder neu ins Leben zu finden.
In seiner anschließenden Würdigung des Projektes betonte der Mariaberger Vorstandssprecher Thilo Rentschler, dass Mariaberg sich durch das Projekt verändert habe. Aufgrund der Altersstruktur gibt es Mariaberg relativ viele Sterbefälle. Das Projekt habe es geschafft, dass Sterben in der Einrichtung jetzt nicht mehr isoliert auf der Krankenstation geschehe, sondern dass Heimbewohner zumeist in gewohnter Umgebung und begleitet von vertrauten Mitarbeitern und Mitbewohnern sterben können. Dies sei eine erhebliche Verbesserung von Lebensqualität. Denn würdiges Sterben strahlt zurück auf die Lebenden.
Dr. Satrapa-Schill von der Robert Bosch Stiftung sagte.dass das Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur“ sich auszeichne durch seine hohe Effizienz, denn es habe im Blick auf die Trauerprozesse in Behinderteneinrichtungen viel verändert und durch verschiedene Publikationen würden die Ergebnisse des Projekts ein breite Beachtung erfahren.
Das von Pfr. Hans Heppenheimer und Pfr. Dr. Ingo Sperl als Projektleiter bzw. Projektberater veröffentlichte Buch „Emotionale Kompetenz und Trauer bei Menschen mit geistiger Behinderung“ wurde vom Reutlinger Dekan Dr. Mohr beleuchtet. Hierin beschreiben die Autoren die Vorgeschichte und die wichtigsten Ergebnisse des Projekts „Entwicklung einer Trauerkultur“. Mohr hob hervor, dass nicht behinderte Menschen aus diesem Projekt sehr viel lernen könnten für ihr eigenes Leben. Denn die so ausgeprägte emotionale Kompetenz von Menschen mit geistiger Behinderung sei wichtig und vorbildhaft für die ganze Gesellschaft.
In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden die Veränderungen, die durch das Projekt im Leben von Angehörigen und von Heimbewohnern im Umgang mit Trauer ausgelöst hat, vorgestellt und diskutiert. Ebenso waren die Anstöße der Mariaberger Trauerkultur für andere Einrichtungen Themen von Arbeitsgruppen.
Zum Schluss bedankte sich der Projektsleiter Pfr. Hans Heppenheimer zusammen mit dem Vorstandssprecher Thilo Rentschler bei allen Personen, die das Projekt durch unterschiedliche Beiträge mit getragen haben. Heppenheimer hob dabei hervor, dass die gesamte Mitarbeiterschaft Mariabergs sich auf diese neue Fragestellung eingelassen habe und dadurch eine neue Kompetenz im Umgang mit der Trauer von Menschen mit geistiger Behinderung erworben hat. Gleichwohl, so Heppenheimer, muss die neue Kompetenz noch vertieft und die Trauerkultur weiterhin gepflegt und gefestigt werden. Das Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur“ ginge noch weiter, auch nach dem Ende der finanziellen Anschubförderung durch die Robert Bosch Stiftung.